Giftige Raupe: Eichenprozessionsspinner verunsichert Spaziergänger

Der Eichen-Prozessionsspinner ist von der Iberischen Halbinsel über Süd- und Mitteleuropa östlich bis in den Süden Russlands und nach Vorderasien verbreitet. Er fehlt auf mehreren Mittelmeerinseln, im Nordwesten Europas und tritt in Fennoskandinavien nur im südlichsten Teil Schwedens auf.

In Deutschland sind infolge der Massenvermehrungen mittlerweile alle Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Vorkommen werden seit Juni 2012 auch in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Saarland gemeldet.

Gespinst an einer Eiche Foto: Stoeberhai, CC BY-SA 3.0, Link

Die Nester und Gespinste des Eichenprozessionsspinners können beim Menschen Allergien auslösen, auch das Nesselgift ist bei Hautkontakt gefährlich. Die sehr feinen Brennhaare der Raupe, die ein Eiweißgift namens Thaumetopoein enthalten, brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Vor allem in Unterholz reichern sich die feinen Härchen über Jahre hinweg an.

Kommt ein Mensch mit den Brennhaaren in Berührung, kann das eine Raupendermatitis auslösen. Eine solche Hautreaktionen hält (unbehandelt) oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, die nicht bedeckt waren. Die Haut- und Schleimhauterscheinungen können mit Kortisolpräparaten behandelt werden. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika.